Bemusterung

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Bei der Bemusterung werden die variablen Bestandteile der Bau- und Leistungsbeschreibung mit dem Bauherren besprochen und vereinbart. Die Anzahl und zeitliche Einordnung der Bemusterungen können beim schlüsselfertigen Bauvertrag sehr unterschiedlich ausfallen: von einem Bemusterungsmarathon kurz nach Vertragsschluss bis zu mehreren Bemusterungen mit Vertretern einzelner Gewerke zu ihrer jeweiligen Fälligkeit. Die Bemusterung bezieht sich in der Regel auf die optisch relevanten Elemente des Hauses, die auf den ersten Blick keine große Kostenrelevanz haben:

  • Dachziegeln
  • Fenster, Griffe
  • Rollläden
  • Haustür, Drücker
  • Innentüren, Drücker
  • Haustreppe
  • Steckdosen, Schalter und sonstige Elektroausstattung
  • Außenputz/Klinker
  • Fliesen
  • Badewanne, Dusche, Waschbecken, Armaturen, WCs, Spültaste und sonstige Sanitärausstattung
  • Bodenbeläge
  • Tapete

Bei der Bemusterung werden manchmal auch verschiedeste Extras gleich mitverkauft, von einem Pufferspeicher bis zur kompletten Photovoltaikanlage. Hier ist alles der Phantasie der Verkäufers überlassen.

Bei der Bemusterung wird in der Regel eine höherwertige (als die "im Standard" enthaltene) Ausstattung verkauft. Dadurch entstehen dem Bauherren u.U. enorme Kosten, die dieser möglicherweise nicht einkalkuliert hat. Nicht selten verkaufen die Baufirmen Extras weit über den Marktpreis. Deswegen liegt es im Interesse des Bauherren möglichst viele vorab bekannte Sonderwünsche bereits im Bauvertrag berücksichtigen und kalkulieren zu lassen. Wenn man sich vorab nicht sicher ist, kann man natürlich verschiedene Varianten aufnehmen und rechnen lassen.

Ganz wichtig bei der Bemusterung ist, sich nicht unter Zeitdruck setzen zu lassen, sondern alle Angebote erst einmal genau zu betrachten. Man soll versuchen zu unterscheiden zwischen:

  • Positionen, die Aufwertung der unmittelbarer Leistung der Baufirma darstellen (z.B. Farbe vom Außenklinker oder Holzart der Haustreppe) - diese können nur mit einem enormen Aufwand durch eine andere Baufirma später nachgeholt werden.
  • Positionen, die ohne größeren Mehraufwand oder jederzeit später nachgerüstet werden können, z.B. eine SAT-Anlage.

Man soll sich per Bauvertrag jedenfall ausreichend Zeit zusichern lassen (min. 2 Wochen nach jeder Bemusterung), um eine Recherche durchzuführen und einfach einmal darüber zu schlafen, ob die Sonderleistung wirklich benötigt wird und das Geld wert ist, das sie kostet.

Auch soll der Bauherr folgende Fragen rund um die Bemusterung vertraglich klären:

  • Wo und wann werden die Bemusterungen durchgeführt?
  • Wie lange dauert jede Bemusterung?
  • Wer trägt die Reisekosten?
  • Kann der Bauherr einen eigenen Anbieter vorschlagen (besonders relevant bei Fliesen und Badausstattung)?
  • Kann der Bauherr auf die Bemusterung einzelner Gegenstände verzichten und diese in Eigenleistung anschaffen? Wie wird das vergütet? Übernimmt die Baufirma die Installation von diesen Gegenständen?